Weil wir wie Lotsen mit Ihnen zusammenarbeiten wollen.
Ein Lotse ist in der Seefahrt ein erfahrener Nautiker mit mehrjähriger praktischer Erfahrung, der bestimmte Gewässer so gut kennt, dass er den Kapitän sicher durch Untiefen und vorbei an Schifffahrtshindernissen geleiten kann.
Er übt seine Tätigkeit als Berater des Kapitäns aus, der allerdings stets die Verantwortung für sein eigenes Schiff trägt.
Ihre ganz persönliche Herausforderung.
Möglicherweise aber auch der Beginn einer positiven Veränderung in Ihrem Leben!
Wir wollen vor allem informieren, Missverständnisse beseitigen und Ihnen die Ängste nehmen.
Die MPU ist kein Kinderspiel, aber auch keine Raketen-Wissenschaft!
Einleitung
Zu Beginn muss Ihnen der Gutachter eigentlich noch mal denn Sinn und Zweck des Gesprächs und den Gesprächsablauf erklären. Es kann Ihnen aber auch passieren, dass der Gutachter das Gespräch mit einer offenen Frage (was ist ihnen besonders wichtig hier darzustellen? Wissen sie, warum die MPU angeordnet wurde? oder ähnliche Formulierungen) beginnt.
Lebenslauf
Als „Eröffnung“ fängt das Gespräch meist mit Fragen nach Ihrem Lebenslauf an. Es gibt keine klare Regel wie ausführlich das stattfindet, das ist gutachterabhängig. Es kann sehr kurz (aktueller Beruf, Familienstand, Hobbys Freizeitinteressen) sein, oder auch mal länger, wie Schulabschluss, Berufsausbildung…. . Keine Sorge, es geht hier nicht um intime Details, der Gutachter will sich lediglich ein Bild über Sie machen.
Delikte
In diesem Gesprächsteil geht es um die aktenkundigen Vorfälle aus der Führerscheinakte. Hier fragt sie der Gutachter (meist chronologisch, d.h. vom ältesten zum neusten), was passiert ist, warum es passiert ist.
Bei Alkohol/Drogen geht es dabei um Dinge wie Konsumanlass, Konsumbeginn, was/wieviel konsumiert wurde, Konsumende, warum gefahren, wodurch aufgefallen. Bei Verkehrsdelikten um Themen wie Fahrtanlass, Grund der Auffälligkeit (absichtlich, nicht aufgepasst, abgelenkt,…).
Wenn es um das Thema Punkte geht und es viele Auffälligkeiten sind, kann es auch passieren, dass der Gutachter gleich mit der Frage nach einer Erklärung für die wiederholten Auffälligkeiten anfängt und nicht alle Delikte einzeln bespricht, sondern sich nur die „Highlights“ (z.B. besonders schnell gefahren) rauspickt und einzeln bespricht.
Hintergründe/Alkohol-/ Drogengeschichte, Verkehrsvorgeschichte
Zum einfacheren Verständnis unterteilen wir hier noch mal zwischen Alkohol/Drogen und Verkehrsfragestellung.
Alkohol/Drogen
In diesem Gesprächsteil wird zuerst Ihre Vergangenheit, Ihre „Konsumlebensgeschichte“ erfragt. Da geht es um Themen wie:
• Wann wurde mit dem Konsum angefangen?
• Wann wurde es mehr?
• Wann war es weniger?
• Konsumhäufigkeit und Konsummengen in verschiedenen Lebensphasen,
• Gab es Veränderungen?
• Gab es Zeiten von Konsumverzicht?
• Wann wieder angefangen?
Zumeist wird hier gleichzeitig nach den Konsumhintergründen (Wozu war es „gut“, hat der Konsum etwas mit Lebenskrisen zu tun…) gefragt. Sie sehen, hier wird es bereits schwierig, einen Standardfragenkatalog zu erstellen. Es geht im Gespräch immer um den Einzelfall. Der eine trinkt/nimmt Drogen, weil ihn seine Frau verlassen hat, der andere weil ihn seine Frau nicht verlässt, der dritte weil er keine hat, der vierte weil er schüchtern ist, der fünfte aus Langeweile… und was waren Ihre Gründe? Das versucht der Gutachter mit Ihnen im Gespräch zu klären.
Dann geht es um die Gegenwart:
• Was hat sich verändert?
• Wie sieht der aktuelle Konsum aus oder seit wann sind sie abstinent?
• Was hat sich außer dem Konsum (-verzicht) noch alles verändert?
• War die Konsumänderung leicht?
• Wie hat das Umfeld auf die Veränderung reagiert?
Im nächsten und meist letzten Gesprächsabschnitt geht es um die Stabilität der Veränderung. Hier geht es um Themen wie:
• Was machen Sie jetzt in den Situationen in denen Sie früher (zu viel) getrunken haben/Drogen konsumiert haben?
• Gibt es inzwischen alternative Problemlösestrategien bzw. Freizeitgestaltungen?
• Wie gehen Sie mit Alkohol-/Drogenangeboten um?
• Gab es kritische Situationen und wie haben sie diese bewältigt?
• Rückfallvorsorge
Beim Thema Rückvollvorsorge geht es nicht darum, sich sicher zu sein dass es keinen Rückfall geben wird (wer von uns kann denn schon hellsehen), sondern darum, ob Sie für den Fall der Fälle (falls es zu einem Rückfall kommen sollte) einen Plan haben, was dann zu tun ist, um den Rückfall ganz schnell wieder in den Griff zu bekommen.
Punkte
Hier wird neben den aktuellen aktenkundigen Auffälligkeiten auch nach der Verkehrsvorgeschichte geschaut. Schwerpunkt ist zu versuchen, die Auffälligkeiten in einen Lebenszusammenhang zu bringen:
• Gibt es einen Zusammenhang zwischen Auffälligkeiten und Lebenskrisen/Lebensveränderungen (finanzielle Probleme, Selbstständigkeit, Arbeitsplatzwechsel?
• Wie sah ihre Einstellung zu Regeln und Normen aus?
• Waren Sie leicht durch äußere Ereignisse (Provokationen, Fehler anderer) beinflussbar?
• Waren sie leicht unter Druck zu setzen (Aufträge vom Chef)?
Auch hier wird dann im nächsten Schritt nach Veränderungen gefragt. Dabei geht es zwar auch um äußere Veränderungen (z.B. neuer Arbeitsplatz mit weniger Stress), aber vor allem um eher „innere“ Änderungen wie Einstellungen zu Verkehrsregeln überdenken, veränderter Umgang mit Provokationen/Stress.
Klar, hier ist es dann nicht mit pauschalen Aussagen wie „Ich mach mir weniger Stress“ getan. Sondern es wird sehr konkret nachgefragt „Wie“ sie sich weniger Stress machen, woran man das erkennt.
Da es gerade beim Thema Punkte/Verkehrsverhalten weniger um direkt beobachtbares und belegbares wie Drogen-/Alkoholkonsum geht, ist es dann manchmal gar nicht so einfach sowohl die Ursachen/Auslöser von früherem (Fehl-)Verhalten zu erkennen und Verhaltensänderungen konkret darzustellen.
Auch beim Thema Punkte geht es im letzten Gesprächsabschnitt um Verhaltensstabilisierung und Rückfälle/Rückfallvorsorgestrategien. Am einfachsten zusammengefasst in der Frageformulierung: „Falls sie wieder anfangen würden die gleichen Fehler wie früher zu machen (z.B. zu oft zu schnell fahren), woran würden sie das merken und was würden Sie dann tun, um es rechtzeitig vor dem nächsten Führerscheinentzug in den Griff zu kriegen?“
ACHTUNG WICHTIG:
Noch einmal: Was wir hier dargestellt haben ist nicht ein vorgeschriebener Gesprächsablauf, sondern nur der Versuch, die für den Gutachter relevanten Themen halbwegs strukturiert darzustellen! D.h. es kann passieren, das beim Thema Vorgeschichte Fragen zur Rückfallvorsorge kommen oder umgekehrt, wenn es um das Thema Rückfallvorsorge geht können noch mal ergänzende Fragen zur Vorgeschichte kommen.
Es kommt auch vor, dass die Delikte nicht in einem klar getrennten extra Gesprächsabschnitt besprochen werden, sondern chronologisch in die Hintergrundgeschichte eingebettet erfragt werden.
Sie wollen wissen wo Sie stehen und welche Veränderungen in Ihrem Fall gefordert werden? Genau da fängt unsere Arbeit an. Wir beraten Sie gerne.
MPU-Lotsen München
und Prien (Chiemsee)
E-Mail: info@mpu-lotsen-muenchen.de oder
Telefon:
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